Zur Mutter- Umerziehungslager

Blick strickt auf das Kind gerichtet. „Äh, du …. Du hast gerade weg geguckt, zum anderen Kind… Ich habs genau gesehen!“ „Das Kind fest halten, nicht weggucken. Wenn die jetzt die Brille verschluckt, dann zahlt das deine Berufshaftpflichtversicherung und du kommst ins Gefängnis.“ Die Chefin erscheint nach der Arbeit. „Wir müssen mit dir etwas besprechen, die Mitarbeiter sagen, du kannst einfach mit so kleinen Kindern nicht umgehen. Du hast F. Beim Windeln wechseln nicht fest gehalten, als du die Salbe auf die Seite gelegt hast. Das Kind hat eine Krankheit, es hätte an inneren Blutungen sterben können. Wir haben fest gestellt, dass du einfach mit soo kleinen Kindern nicht umgehen kannst.

„Ich muss dir das Windeln wechseln nochmal erklären, also du drehst das Kind nach links und nach rechts und dann läßt du es ganz langsam fühlen, dass die Windel kommt und dann streichelst du mit der Windel langsam auf seinem Po herum, so dass er es kommen fühlt und dann legst du die Windel ganz langsam hin und hebst seinen Po und legst ihn sanft darauf und sprichst mit ihm.“ Ich muss dazu sagen, dass das entsprechende Kind blind ist. 

Der Blick schweifte also ab, beim Windeln wechseln, als eine Salbe zur Seite gelegt wurde. Die erste Sondersitzung der Teambesprechung fand statt, die zweite Sondersitzung fand statt. „Es wird nicht wieder vorkommen.“ Nein, du darfst nicht mehr mitarbeiten, du wirst jetzt vor die Türe gesetzt und musst die Akten lesen. „Du hast eine Art an dir, die wir nicht mögen, du sprichst nicht richtig mit sooo kleinen Kindern.“ 

Beim Elternabend muss jede sagen, was sie für Kinder hat und wie alt sie sind. Die Mitarbeiter des Kindergartens und nicht die Eltern. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind auf einmal alle die Eltern. 

„Wir konnten fest stellen, dass du mit soo kleinen Kindern keine Erfahrung hast. Wir lassen dich jetzt nicht mehr allein, du setzt dich jetzt in die Mitte und wir beobachten dich. Ganz genau und wir merken genau, wenn du etwas falsch machst und wir werden es sofort melden, wenn du nochmal sowas falsch machst, wie du schonmal gemacht hast.“ „….?“ „Wir führen diesen Kindergarten mit sehr strenger Hand und du hast das Kind nicht fest genug gehalten und es ist aufgesprungen und in die Mitte des Morgenkreis gerannt.

Du musst mehr auf die Anweisungen des Pflegepersonals hören.“

Mein Arbeitsplatz als Lehrerin an einer Sonderschule ist in starker Gefahr, weil ich für einige Stunden in einem Sonderschulkindergarten als beratende Lehrerin arbeiten soll, der nur ein Ziel verfolgt, mich zu einer Mutter um zu erziehen und zum Christentum zu bekehren: „Du hast dich aus der Gruppe entfernt“ „Nein habe ich nicht, das ist nicht wahr“ ….. Sie erzählen noch mehr Lügen, die frei erfunden sind. Es wird grässlich.
Der männliche Mitarbeiter brüllt und lacht: „Ich will mit der nicht mehr arbeiten, sie soll ihre Arbeitszeit vor der Türe sitzen und die Akten lesen.“ Die Chefin stimmt dem zu. Das ist der Stand der Dinge. Die nächste Sondersitzung, „Das Team gegen J.“ Ist für nächste Woche anberaumt, dort werden dir alle Mitarbeiter wieder vorwerfen, was sie an dir alles nicht mögen. 

PS: Du solltest folgende Schuhe tragen, beim Arbeiten:

Bunte Gummihausschuhe.

Dieser staatliche Kindergarten ist christlich eingestellt und wird von einer Katholikin geführt, die ihn „Mit sehr strenger Hand“ führt…. Dieser Satz bedeutet eigentlich: Kinderschlagen, es ist aber nicht nachweisbar, dass die Katholikin, die Chefin ist, die Mitarbeiter mobbt, weil sie besser ausgebildet sind und sich von der Gruppe entfernt haben, also aus der Kirche ausgetreten sind. Dass dieses Umerziehungslager natürlich rein zufällig existiert und nur falsch interpretiert wird. Natürlich! 


© 03. Dezember 2018 J.Arnold. Stuttgart, Deutschland.

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