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Was Frauen nicht wollen oder: Wie ich nicht Ingenieurin werden wollte-sollte

„Gerade wollte ich noch ein Haus bauen, schon wollte ich nicht mehr Ingenieurin werden, sondern Hausfrau und Mutter!“

Sexixmus 10.0

10 mal aufgewärmt aber immer wieder neu: Sexismus in den deutschen Medien

Antifeministische Grundaussagen deutscher Medien, wie sie in den letzten 2 Tagen zu lesen waren sollen Frauen auf ihre alten Plätze verweisen, an Heim und Herd und in typischen Frauenberufen. Außerdem schwelgen deutsche Medien zur Zeit in Biologismen, in einer Unverschämtheit, wie sie es sich seit den 60 er Jahren nicht mehr getraut haben. So wie die meisten Leute überfliege ich die Zeitung und lese nur Überschriften. Damit sind die frauenverachtenden Botschaften angekommen, an die ich und alle anderen von nun an wieder glauben sollen:

Zeitungssexismus

„Die Gehirne von Männern und Frauen sind verschieden“

Wir wissen alle, dass hier mal wieder die natürliche Überlegenheit des männlichen Gehirns heraus gestellt werden soll. Denn warum wären sonst nur Männer an der Macht?

Sind die Botschaften, die nach dem Lesen deutscher Onlinemedien im Gehirn der Menschen hängen bleiben sollen. Nur die klassische Rollenverteilung aufrechterhalten.

„Wenn du die Pille nimmst musst du sterben“

„Frauen muss mal wieder gesagt werden, dass sie nicht verhüten sollen.“ Denkt sich die katholische Priesterschaft. Die alten Methoden mit sexualfeindlicher Erziehung und Höllendrohungen funktionieren nicht mehr in unserer sexualisierten Gesellschaft, aber den Wissenschaftlern wird geglaubt. Also macht den jungen Mädchen eine Höllenangst vor der Pille, damit sie erst gar nicht damit anfangen. „Die neuen schonenden Pillen, mit weniger Hormonen enden oft tödlich!“(Gemeint ist die Thrombosegefahr) …wird überall angeprangert. Mit Todesangst lassen sich Menschen besser beherrschen. Frauen die Pille nehmen haben alle möglichen Krankheiten und sich er kommen einige öfters vor. Es lässt sich immer leicht die Schuld auf das schieben, was dem Patriarchat gerade nicht passt. Die deutschen Männer beklagen ja sonst das Aussterben der „blonden“ äh deutschen  Spezies, während überall auf der Welt Überbevölkerung herrscht, weil Frauen dort keine Entscheidungsfreiheit über den eigenen Körper gewährt wird und Verhütungsmethoden nicht zugänglich sind. Es geht also darum, wer sich vermehren soll und es geht um Kontrolle. Frauen mit Kindern konnten schon immer leichter beherrscht und kontrolliert werden und sind wirtschaftlich abhängig. Ach ja, die alten Pillensorten sind auch tödlich, aber nur für die älteren Frauen, die diese seit vielen Jahren kennen und wissen, dass sie noch nicht daran gestorben sind. Auf einmal herrscht Lebensgefahr, wenn du so was bei einer Frauenärztin holen willst wird dir gesagt, dass du im darauf folgenden Monat sicher sterben wirst. „Ach ja, Sie rauchen ja, da geht das gar nicht, in Ihrem Alter.“  Ich: „Äh nein, ich rauche nicht!“ usw.
Nein, ich übertreibe nicht, ich habe es erlebt! Ich bekam deshalb auch nur ein Rezept für einen einzigen Monat. Danach wäre ich eh nicht mehr am Leben und würde nicht mehr wollen! Bei so was muss frau die Nerven behalten und den Arzt/Ärztin wechseln oder auf der Lebensgefahr bestehen und das Rezept einfordern. Die Pille wird seit den 50 er / 60 er Jahren von Frauen genommen. Die meisten haben überlebt. Überlegt euch gut, ob die Vorteile das Risiko wert sind, denn ungewollte Schwangerschaften sind kein Spaß. Panikmache und Angst schüren gehören zu den gängigen Methoden der Einschüchterung und Manipulation.

Das ist jetzt meine freie Meinungsäußerung: Manchmal muss eine Frau sich da einfach drüber weg setzen und auf ihren eigenen Körper hören, der schon Alarmsignale gibt, wenn etwas gefährlich ist. Leben ist immer ein Risiko. Statistiken machen die Mächtigen! (Rechtlicher Hinweis, bevor ich verklagt werde: Ihr nehmt die Pille auf eigene Gefahr) Hier sollen vor allem die jungen Frauen manipuliert werden, die noch nicht so viel Erfahrung haben und noch daran glauben, dass sie gleichberechtigt sind und nicht unterdrückt werden sollen. Sie haben den Realitycheck noch nicht gemacht.
Außerdem wird aber gerade den jungen Frauen noch nicht so geläufig sein, was sie alles zu hören bekommen, falls sie verhüten wollen. Als ich jünger war musste ich noch hören, ich solle erstmal heiraten, bevor ich Sex haben darf. Ich war schon über 20. Wenn sie abtreiben wollen wird es noch schlimmer. Es ist immer noch eines der größten Tabus darüber zu sprechen. Dabei spielt auch keine Rolle, sollte das Kind bei einer Vergewaltigung gezeugt worden sein. Selbst eine gute Freundin kann dir nach so einer Erzählung noch Vorwürfe machen: „Wenn du nicht verhütest, musst du das Kind auch bekommen.“.
Äh ja: Ich soll verhüten, und ich soll es nicht und es besteht Lebensgefahr: …..Für das Patriarchat und die uneingeschränkte Männermacht.

 

„Frauen wollen nicht Ingenieurin werden“

 

Weiterhin sollen Frauen vom Ingenieursberuf abgehalten werden. Das sind die Berufe, mit denen in Baden Württemberg überhaupt Geld zu verdienen ist, oder der die meisten Mittelstandsfamilien ernährt. Sie sollen möglichst den Männern vorbehalten werden, denn: Geld ist Macht.

Die neueste Methode ist mal wieder den Frauen einzureden, dass sie das nicht wollen.

Wie ich nicht Ingenieurin werden wollte weiß ich noch ganz genau. Es fing im Kindergarten an: Ich wollte unbedingt in der Bauecke mit den Bausteinen spielen und ein Haus bauen. Das ging so lange gut, bis ein Junge kam und mir einen Bauklotz auf den Kopf gehauen hat. Ich heulte und die Kindergärtnerin kam herbei und sagte: Du gehörst auch nicht hier her. Hol mal deine Puppe, wir gehen in die Spielküche, da kannst du der Puppe was kochen.

Gerade wollte ich noch ein Haus bauen. Schon wollte ich nicht mehr Ingenieurin werden, sondern Hausfrau und Mutter!

Aber es ging so weiter. In der Grundschule. Ich wollte eine Erfinderin werden, so wie mein Papa. Also erfand ich viele Sachen.
Ich erfand einen Roboter, der sprechen kann.
Einen Seilzug, mit dem ich meine Kinderzimmertür auf und zu machen kann.
Eine Seilpost, die sich über die ganze Wohngegend erstreckte und mit denen alle Kinder reichlich Briefe und Pakete eintauschten.
Ich erfand einen Motor, der sich mit Gummi drehte und einen
Diaprojektor, dessen Bilder ich noch zum laufen bringen wollte, ich konnte nur mit der Hand die selbst gemalten Comics nicht schnell genug durchkurbeln.
Ich erfand noch so einiges mehr, aber als der Physikunterricht in der 5. Klasse begann, wurde mir klar, dass ich hier nicht angesprochen werde. Die Lehrerin (und dabei selbst eine Frau) sprach über meinen Kopf und die Mädchenreihe hinweg mit den Jungs, stellte nur ihnen die Fragen und holte nur sie vor zum Experiment. Während ich noch durch Traumata, durch sexuellen Missbrauch geschädigt, kränklich, nicht mehr viel davon mit bekam, wurden meine Leistungen entsprechend bewertet.
Meine Mutter sagte regelmäßig während meiner Kindheit: „Du willst Lehrerin werden“ Widerspruch war nicht möglich und ich war immer viel zu eingeschüchtert dazu. Ein Nein hat immer schlimme Konsequenzen in meinem Leben.
Bis zum Ende meines Referendariats habe ich es nicht geschafft, davon weg zu kommen, dass ich „Lehrerin“ werden wölle (?wollen hätte sollen? Oder so). Ist auch ein bisschen meine mangelnde Durchsetzungsfähigkeit, denn ich konnte dort wenigstens Kunst studieren. Obwohl ich immer schon wenigstens eine Grafik-Designerin und Künstlerin werden wollte. Diese  Berufe konnte ich nur über einige Zusatzausbildungen hinten rum ergreifen. Was die Eltern nicht wollen, geht nicht. Es wurde nicht finanziell unterstützt. Später fing ich zu programmieren an. Ich kann das auch sehr gut.
Ich habe Flashanimationen programmiert und Websites, aber ich bekomme hier keine Arbeit. Das sind: Männerdomänen. Meine Bewerbungen erhalten nicht mal eine formelle Antwort.
Das mit dem Programmieren lernen, hätte ich mir sparen können. Ich hätte wissen müssen, dass man das meinem weiblichen Gehirn per se nicht zu traut. Ich muss jetzt dem deutschen Volk auf der Tasche liegen, weil ich lieber die ganze Zeit faul im Bett liege und nicht gesund werden will und auch nicht an meiner Genesung arbeiten will. Ich habe statt dessen große Schmerzen und ein Trauma. Sagt der Stammtisch. Ach ja, wir haben hier einen Fachkräftemangel und müssen Ingenieure aus Indien einladen. Natürlich: Männlich. Die Inderin will noch viel weniger Ingenieurin werden, wie die Deutsche.
Für mich persönlich hilft nur eines: Selbständigkeit. Jetzt programmiere ich nur noch eigene Websites.
Ach ja: Dieses Blog wurde von einer Frau programmiert. Und jetzt wisst ihr, warum ich gezwungen bin, diesen Satz auf alle meine Werke zu schreiben. Das ist nun ein Slogan, aber es ist auch eine Notwehr, denn sonst wird automatisch angenommen, dass ich dafür einen männlichen Webdesigner eingespannt habe. Automatisch. Schließlich haben alle ihre Botschaften der deutschen Medien gelesen, dass Frauen das weder können noch wollen. Sollen.

 

 

 „Frauen wollen nicht Auto fahren“

 

Aha! Die Suggestion genügt, damit viele junge Frauen ohne Führerschein ihre Erziehungsbotschaft erhalten: Frauen sollen nicht Auto fahren. Heißt das. Da ist es auch egal, was der Inhalt des Artikels sagt, den lesen die wenigsten.

Wieder einmal wird ein Recht der Frauen in Frage gestellt. Wie die Autorin schon schreibt: Wir ähneln dabei Saudi Arabien, wenn Frauen das nicht sollen.

Statistiker sagen grundsätzlich und das lernst du an jeder Uni: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Jede Statistik kann so manipuliert werden, dass das gewünschte Ergebnis am Ende angezeigt wird.

„Männer suchen sich dümmere Frauen“
„Männer haben Angst vor starken Frauen“

 Die Grundaussage: Seid dumm und bescheiden oder tut wenigstens so. Verbergt eure Stärken, zeigt eure Schwächen. Verdient weniger Geld wie die Männer, damit sie nicht eingeschüchtert sind und unterwerft euch seiner Intelligenz, damit er nicht merkt, dass ihr klug seid.

Bedenkt dass ihr hiermit selbst massiv geschädigt werdet. In eurem Verhalten, dem Respekt, den man euch entgegen bringt und in euren finanziellen Verhältnissen.

Was Frauen wirklich nicht wollen.

Den so genannten einvernehmlichen Sex, wie es in deutschen Gerichten ausgelegt wird. Sex der nur für die Männer einvernehmlich ist und nicht für de Frau. Das interessiert kein deutsches Gericht, was die Frau dazu sagt. Es kommt auf die Gegenwehr an. Das müsst ihr wissen.

 Nach deutschem Recht ist es so: Einvernehmlicher Sex ist, wenn die Frau nein sagt aber keinen Nahkampf ausführt. Deutsche Männer können dieses Wort „Nein“ nicht ohne körpersprachliche Untermalung und ausdrückliche Kampfhandlungen seitens der Frau verstehen.

 Was Frauen wollen, das wissen nur die Männer. !? … und die deutschen Medien sagen es euch dann schon.
Ansonsten erklärt es uns auch ein Richter.

 Fazit: Wenn für die deutsche Machogesellschaft alles gut geht, haben die Deutschen Medien jetzt die Frauen wieder auf ihren Platz aus den 50 er Jahren verwiesen: Sie sind dümmer, fahren nicht Auto, werden nicht Ingenieurin und nehmen keine Pille. Und allen ist klar: Das liegt an der Biologie ihres Gehirns. 

 Feminismus hat keine Geschichtsschreibung. Es wird Zeit damit an zu fangen, damit nicht jede Generation wieder bei 0 anfängt.
Liebe Frauen und Mädchen, wenn ihr wirklich wieder so leben wollt wie in den 50 er Jahren, dann hört auf eure Zeitungen.
Ansonsten: Durchschaut die Manipulationen. Glaubt nicht alles, was man euch weiß machen will. Oft sollt ihr nur in eine Richtung gedrängt und manipuliert werden, euch auf die gewünschte Art zu verhalten. Das gilt übrigens immer, auch für andere Zeitungs – und Medieninhalte.

Die Psychologie sagt, dass Suggestionen das erreichen, dass Leute sich so verhalten, wie es ihnen vorher durch die Suggestion befohlen wurde. Alle diese Zeitungsaussagen sind Suggestionen und ihr sollt euch so verhalten.
Die Emanzipation und alles was Frauen sich erarbeitet haben ist immer noch nicht selbstverständlich und wird immer wieder in Frage gestellt, wenn ihr euch nicht verteidigt. Sie werden nicht müde euch zu suggerieren, was ihr sein sollt und dürft oder wollen und nicht wollen würdet, wenn ihr ihren Suggestionen glaubtet.

 


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