Wahrnehmung ist ein Zeichen von psychischer Gesundheit

Nachtrag zum Thema Psychiatrische Verfolgung. Gehört zum  Artikel: Psychiatrische Verfolgung intelligenter Menschen

Wissenschaftliche Hintergründe. Der Stand der Wissenschaft von 1987.

Dass Menschen mit bestimmten Fähigkeiten als Schizo- eingestuft werden sollen ist ein neues Phänomen. Früher galt als schizophren, wer langsam seinen Verstand verliert und dessen IQ mit der Zeit ab nimmt. Polemisch zusammen gefasst. Das Thema muss wohl noch untersucht werden.
Gerade, weil sich das gewandelt hat, halte ich die neunen Kampagnen, die hier gestartet werden für gefährlich.

Früher galt das Erkennen von optischen Täuschungen und Wahrnehmung nicht als Zeichen von psychischer Krankheit, sondern als zu trainierende Fähigkeiten von Gesundheit. Es wurde eingesetzt, um psychisch Kranke zu heilen und nicht, Leute die es beherrschen zu psychiatrisieren.

Aus meinem alten Buch: Kinder und Jugendpsychiatrie:

(Kinder und Jugendpsychiatrie. Eine praktische Einführung. Hrsg: Helmut Remschmidt. Georg Thieme Verlag Stuttgart – New York 1987. 2. neubearbeitete und erweiterte Auflage. )

Figur- Grund-Wahrnehmung. Damit ist die Fähigkeit gemeint, übereinanderstehende, versteckte, sich überschneidende Figuren zu erkennen, d.h. aus mehreren Reizfiguren die relevante herauszufinden und sich durch die Vielfalt nicht irritieren zu lassen. Das sei am sogenannten Rubin Becher demonstriert. (Abb. 4.2)

Rubinbecher

Je nachdem man sein Augenmerk auf die weiße oder schwarze Fläche richtet, wird man einen weißen Kelch oder zwei einander zugehörende Gesichtsprofile entdecken.

Eine Figur grenzt sich also als strukturierte einheitliche Ganzheit von einem Hintergrund ab. Die Abhebung ist umso deutlicher, je weniger strukturiert der Hintergrund ist.“ (Remschmidt. S. 376)

Natürlich ist dies nicht die selbe räumliche Figur, die von den Psychiatern inzwischen benutzt wird, um Schizophrene fest zu stellen. Aber es ist die selbe räumliche Wahrnehmungsfähigkeit.

Dazu gilt aber noch diese Fähigkeit als gesund:

Wahrnehmung der Raumlage.

Das ist die Wahrnehmung der Raumlagebeziehung eines Gegenstandes zum Wahrnehmenden. Gegenstände können vom Wahrnehmenden als hinter, vor, über, seitlich lokalisiert werden. ….

Wahrnehmung räumlicher Beziehungen.

Darunter versteht man die Fähigkeit, die Lage von zwei oder mehreren Gegenständen im bezug zu sich selbst und im bezug zueinander wahrzunehmen. “

(Remschmidt. S. 377)

Diese Fähigkeiten galten als zu therapieren, falls jemand diese Fähigkeiten nicht besitzt, im Gegenteil zu dem, was die Psychiatrie heute in der Presse verkünden läßt. Es wurde Kindern gelehrt, diese Fähigkeiten zu erwerben und sie wurden nicht als Krankheit bezeichnet, sondern als Fähigkeit.
Was ist also los mit den Psychiatern der heutigen Zeit? Soll das der Fortschritt sein?

Die Presse schreibt inzwischen:

„Ein gesundes Gehirn versucht allen visuellen Reizen, die bei ihm eintreffen, einen Sinn zu geben und in etwas zu verwandeln, das bereits bekannt ist. Gehirn geht automatisch von Wölbung nach außen aus“

„Laut “Wired” sind Schizophrene nicht die einzigen, die das konkave Gesicht sehen. Auch Menschen, die unter dem Einfluss von Alkohol oder Marihuana stehen, können demnach der Illusion entkommen.“ http://www.huffingtonpost.de/2016/03/22/nur-sehr-wenige-menschen-sehen-die-wahrheit-hinter-dieser-maske_n_9520716.html

In dem Fall, mit der Maske, die sowohl hohl als auch gewölbt wahr genommen werden kann, bestehen bei den Wahrnehmenden beide Möglichkeiten. Ähnlich wie in der Figur Rubin Becher. Die Erweiterung besteht darin, dass die Figur räumlich dargestellt wird.

Optische-Taeuschung-maske

Es ist möglich die Figur als gewölbt und als hohl zu sehen, wenn sich die wahrnehmende Person mit Optik aus ennt. Der Licht und Schatteneinfall ist im 2 Dimensionalen Bild in beiden Fällen nicht unterschiedlich, also im Hohlkörper identisch, wie im gewölbten Körper.

Insgesamt gilt das Ganze nicht nur für die Wahrnehmungsfähigkeit von Kindern, sondern auch für Erwachsene.

Was bezwecken also die heutigen Psychiater mit der neuen Stigmatisierung von Wahrnehmungsfähigkeit als Krankheit?


Literatur: Kinder und Jugendpsychiatrie. Eine praktische Einführung. Hrsg: Helmut Remschmidt. Georg Thieme Verlag Stuttgart – New York 1987. 2. neubearbeitete und erweiterte Auflage.

 


Wahrnehmungstraining-Remsch

 

Zur Information:

Das Wissen stammt aus meinem Studium:

1992-97 Lehramt für Sonderschulen an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und Reutlingen.
Medizinische und Psychologische Fächer an der Universität Tübingen.
Zeicheninstitut Universität Tübingen: Radierung, Zeichnung.

Hauptfach und Unterrichtsfach: Kunst.
Nebenfach: Deutsch

Studienbereiche: Sonderpädagogik, Schulpädagogik, Psychologie, Pädagogische Psychologie für Diagnostik, Soziologie der Behinderten und Behindertenrecht,
Medizinische Grundlagen: Orthopädie, Kinder und Jugendpsychiatrie, Erziehungswissenschaft.

  1. Hauptfach: Geistigbehindertenpädagogik;
    2. Nebenfach: Körperbehindertenpädagogik

Abschluss: Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Sonderschulen

© 2016 Juliane Arnold.


© 10.05.2016 Autorin Frau Juliane Arnold. Eine Frau hat das geschrieben.
Wer Texte oder Bilder von mir nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte Texte oder Bilder von mir im Umlauf bringt, muss eines Tages mit den Konsequenzen rechnen. Artemisnews.de

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