Umsonst und Draußen- Stadtfest – Klassenkampf in Stuttgart

Heute stehe ich vor dem Problem, zu welcher Party ich jetzt gehen soll.
Die Stadt Stuttgart macht 2 Veranstaltungen gleichzeitig. Dabei sorgt sie für die strikte Trennung der Gesellschaftlichen Kaste.

In der Innenstadt, Königstrasse und Schlossplatz findet das feine, edle, reiche, Mittel bis Oberschichten, rechts bis CDU auf jeden Fall Einkommen ab 2000 € netto aufwärts- Fest statt. Genannt: Stadtfest. Ansonsten kannst du dir die Wurst oder das Bier oder den hippen Fruchtcocktail bei von braunhäutigen Musikern begleiteter Jazzmusik, nicht mehr leisten. (Erinnert nicht nur an das Bild Großstadt von Otto Dix, sondern ist es auch) Nix ändert sich, nur die Mode und die Smartphones kamen dazu.
Alles sind weiße Zelte, und wahrscheinlich wird dieses Jahr, wie überall, ein Haufen Polizei deine Tasche durchsuchen, um die Molotowcocktails und die Pfeffersprays zu konfizieren, die ich normalerweise bei mir trage. Dann läuft noch eine Frau von der Security herum und sagt, wann du zu weit weg von der Linie sitzt, ach so, das war Open Air Stuttgart Ballett….., und an dieser Stelle hat die Polizei aus Sicherheitsgründen das sitzen verboten und es ist nur das Stehen erlaubt und das gibt ihr die Gelegenheit ihren zickigsten Tonfall heraus zu holen und die Leute auf ihrer Decke um 30 cm nach vorne zu bewegen, bis sie beinahe in den Teich fallen. Kleine Macht macht die kleine Hobbypolitesse glücklich.

Also kannst du heute und das ganze Wochenende teure Cocktails genießen und mit High-Heels herumstöckeln, um dich herum junge Models, mitteldicke Mittelstandsfrauen und alte Männer mit mehr oder weniger Bierbauch und Grauhaar oder den jungen Juppie, der verheiratet einen Seitensprung sucht und der mich inzwischen zu den sichtbaren Personen zählt, seit ich nicht mehr so nach Jüdin rieche und mir die Haare in den Überlebensmodus gebleicht habe. Er wird mich jetzt nicht mehr anschnauzen und wegschubsen und oder von der Polizei entfernen lassen oder mir seinen Drink irgendwo drüber schütten. Völlig egal, ob von zu viel  Blondiermittel meine Haare inzwischen aussehen, wie ein alter Besen, stumpf teilweise 4 cm teilweise 30 cm wild durcheinander hängend. Vorher waren sie dunkelbraun, gesund und 40 -50 cm lang und glänzend wie Seide und ich war der Abschaum der Nation, den Hitler zu vergasen zu vergessen hat. Heute setzt sich der sehnsüchtig blickende deutsche Mittelklassenmann zu mir und meiner blonden Freundin mit an den Tisch im Café-Künstlerbund und geniert sich uns anzusprechen, weil er sonst rot wird. Früher also vor 4 Monaten hätte er mir noch die Gaskammer empfohlen. Weil mir dieses Trauma noch in den Knochen steckt, interessiert er mich eh nicht.

Da gibt es jetzt noch eine Alternativparty, auf die die Stadt Stuttgart immer Zeitgleich ihre Hippies und Punks und Rocker und ihre soziale Unterschicht, ihre Hartz IV Empfänger und dunkelhaarigen Niedriglöhner und ausgeschlossenen Missbrauchsopfer mit Krankschreibung und ein wenig Wutpotential schickt. Also der potentielle schwarze Block, aus dem die G 20 Krawalle entstehen könnten oder die neue Revolution gegen die Unterdrückung des Präkariats.

Also wir, die wir als braunhaarige in die Unterschicht gedrängt wurden und inzwischen alle möglichen Farbtöne in den Haaren tragen. Wir, die wir keine guten oder gar keine Jobs bekommen, wegen jüdischer Nasen, dunkler Haut oder Haare oder Low-Budget Klamotten, wir, denen man unsere Armut gar nicht ansieht (Von-Der Leyhen)!! Wir, die die Gesellschaft ausgekotzt hat, weil sie nicht in die Kirche geht und keine Akademikereltern haben. Also ich hatte zweiteres, habe aber die falsche Nase und falsches Geschlecht. Hochschulabschluss, Abitur zweite Berufsausbildung zum trotz. Du siehst nach „wir mögen dich einfach nicht, also wird die Stelle überhaupt nicht besetzt“, aus. sagt die Die 100 % Männeranteilfirma. Das liegt also gar nicht am Antisemitismus. Auch nicht, dass ich als Lehrerin nicht genommen wurde, weil dem bärtigen Rektor und dem bärtigen Fachleiter meine Brüste zu groß waren. Und sie mir ins Gesicht gesagt haben: „Dieses Jahr werden nicht alle in den Schuldienst übernommen, wir haben vom Schulamt die Anweisung bekommen, zu selektieren und das ist jetzt gar nicht böse gemeint und hat nichts mit Ihren Kompetenzen zu tun, aber ich habe bei der ersten Lehrprobe beschlossen, dass sie eine 3 bekommen und das wird sich auch gar nicht ändern und da brauchen Sie sich beim nächsten Mal gar nicht mehr anstrengen, das liegt nicht an Ihnen, das ist einfach die Note, die Sie gleichbleibend bekommen werden. Wir möchten nicht, dass jemand wie Sie deutsche Kinder unterrichtet.“

….Herzlich willkommen in der Unterschicht der Multimediadesigner. Ich habe eh keine Lust auf Sonderschullehrerrin, auch wenn das Land gerade ein großes Wehklagen anstimmt, dass jetzt nach ca 20 Jahren es einen großen  Mangel an Sonderschullehrern gibt.Ich sehe ja zu jüdisch aus, für die deutschen Kinder und will nicht mehr so gemobbt werden, dass ich schon mit Mitte 20 Herzprobleme und Asthma bekomme vor Psychostress und Demütigungen. Ich werde in diesen Beruf, den mich Meine Mutter für mich als Frau, die in ihrem Leben nix als Kinder erziehen darf, als einzigsten hat studieren lassen, und weils am billigsten war, zurück gezwungen obwohl ich schon immer eine Grafikerin werden wollte. Oder eine Ärztin. Dem Numerus Clausus sei dank, hat das Gymnasium mir brünett, jüdisches Gesicht, weiblliche Noten verpasst, so dass die deutschen Patienten davon verschont wurden, von mir geheilt zu werden. Natürlich liegt es nur an meiner Dummheit und ich will es nicht einsehen.

Zurück zum Thema:
Das Sommerfestival: Umsonst und Draußen (Stuttgart-Vaihingen) . Und Links, weil arm. Während wir, äh, sie nicht alle viel zu relaxt vom Haschisch, Marihuana, Dope Cocktail, der dort überall herum gereicht wird und bei dem die Polizei lächelnd weg sieht.  Er stellt uns alle ruhig. Ich muss zugeben, dass ich in diesem Jahrtausend noch nicht dort war, aber meine Freund erzählen mir, es hätte sich nix geändert. Diese Schicht bekommt die Beruhigungsmittel ohne die die Sozialen Demütigungen und die Armut kaum zu ertragen sind, damit keine Punkfrisuren mit Ratte auf der Schulter auf dem edlen Stadtfest auftauchen. Entsprechende Musik gibt es Umsonst und Draußen. Ich werde dort gut integriert auch mit jüdischer Hautfarbe und brünettem Gestank und mit meiner Ex-Christlichen Religion, denn für Religion interessiert sich dort niemand, es sei denn es ist die Suche nach Erleuchtung buddhistischer Art, die irgendwie auch zu mir gehört. Leider muss ich sagen, dass meine gesellschaftliche Kaste, die avantgardistischen intellektuellen Künstlergruppen, die vor dem Bahnhofsbau noch in Stuttgart gewohnt haben, leider alle schon in coolere Gefilde abgewandert sind, also nach Berlin und Hamburg, wo es noch Kunst und gelebte Kunstszene gibt und nicht nur total überteuerte ausschließlich männliche Geldadelkunst. Ich überlege mir noch bei der „Kunst gegen Rechts- Ausstellung“ im Oktober mitzumachen, welche die Reste einer einstmals großen lebendigen Kunstszene veranstalten…..

Mein Werk ist verspätet in Arbeit.

Stuttgart lebt von der Ressource Intelligenz, denn wir haben hier wenig Bodenschätze, sind dafür „Cleverle“ und haben das Auto erfunden. (Frau Berta Benz war der erste Mensch, der ein Auto fuhr. Mercedes Benz ist die Tochter) Der CDU war die Klassentrennung irgend wann nicht mehr undurchlässig genug und sie führte die Studiengebühren ein, die sich nur Kinder reicher Eltern leisten konnten. Also waren in dieser Zeit nicht die klügsten Köpfe die Stuierenden, sondern die reichsten. Ingenieurswissenschaften und technische Studiengänge bevorzugen nur die männlichen Studierenden, weibliche dürfen, wie ich „Hausfrau“ studieren. Alles was mit Kindern zu tun hat. Also sind die wahren „CLEVERLE“ die Gottheit gleimäßig unter die reichen, armen, weiblichen und männlichen Menschen verteilt hat zu 70 % nicht an der Uni angenommen worden. Die weiblichen „CLEVERLE“ studieren Hausfrauwissenschaften. Die armen männlichen „CLEVERLE“ haben eine alleinerziehende Hartz IV Mutter und konnten  und können sich oft ein Studium mit früher Studiengebühren nicht leisten. Sie müssen in ihrer Klassenschicht bleiben und dürfen/mussten Lastwagenfahrer werden und schimpfen bis heute über die Ungerechtigkeit. Die weiblichen „CLEVERLE“ sind nicht Ingenieure, was bedeutet wir haben jetzt reiche, männliche Ingenieure, die im IQ unterhalb der armen männlichen oder der klugen weiblichen Menschen im Ländle liegt. Insegesamt bekommen sie es also nicht mehr gebacken einen schadstoffarmen Porsche zu bauen, sondern kennen sich dafür besser in Schummelsoftware aus und im Schulden machen und ruinieren das gesamte Land.

Für Jan Fleischauer ist nur die Frauenemanzipation Schuld an schlechten Abgaswerten der deutschen Autoindustrie. (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dieselskandal-deutsche-wohlstandsgesellschaft-schafft-sich-ab-kolumne-a-1161168.html)

Den Diskriminierten wird immer die Schuld und die Strafe verliehen.

Die klügeren an den sozialen Rand gedrängten Übrigen, können nur Kopf schüttelnd daneben stehen und ihre Flaschen aus dem Wohlstandsmüll suchen, um 3,50 € für ein Abendbrötchen zu ergattern.


© 04. August 2017 Autorin Frau Juliane Arnold. Stuttgart, Deutschland.
 Artemisnews.de

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