Präzendenzfall Kachelmann

Die Öffentliche Botschaft der deutschen Öffentlichkeit, an alle Vergewaltigungsopfer:
„Was wir mit dir machen, wenn du anzeigst.“

Der Präzendenzfall, für das Thema Vergewaltigung, in der deutschen Öffentlichkeit, den Medien und den Diskussionsforen ist der Fall Kachelmann und darum ist seine Bedeutung auch so groß.
Jede Frau und jeder Mann, die mit Vergewaltigung konfrontiert werden, wissen darüber Bescheid. Das Fazit ist fatal für die Frau. Für jede Frau, die versucht einen Mann anzuklagen, wurde hier ein Paradebeispiel vorgeführt, wie mit der Sache vor einem Gericht umgegangen wird und wie mit der Klägerin umgegangen wird. Dazu hat der Mann hier nicht nur eine gewissen Prominenz, sondern auch viele prominente Freunde und Unterstützer, die sich öffentlich für ihn einsetzten, einfach aus Sympathie oder für das, inoffiziell immer noch in den Köpfen herum spukende, „Herrenrecht“ des Mannes auf sexuelle Verfügbarkeit von Frau und Kind oder was auch immer er gerade begehrt.
In den üblichen Hasskommentaren auf vielen Websites und deren Kommentarfeldern, sowie auf Youtubekanälen und sozialen Netzwerken, werden die weiblichen Stimmen weg gemobbt. Üblich ist, die Frauen grundsätzlich als „Falschbeschuldigerin“ zu bezeichnen. Ein Wort, das Herr Kachelmann in seinem Buch verbreitet hat.
Jeder Frau in Deutschland  wurde öffentlich vorgeführt, wie sich die Presse zuerst über die Tat aufregt und der Mann demonstrativ verhaftet wird. Zuerst wird also gesagt: Diese Tat ist grundsätzlich verboten. Wir wollen ja nicht wie Täterfreunde aussehen und das deutsche Gesetz achten.
Darum wird danach die Frau demontiert und die Tat als unwahr deklariert. Hier geschehen, wie dann alles öffentlich durchgekaut wird und wie am Ende ihre Glaubwürdigkeit in Zweifel gestellt wurde. Andere Opfer können sich vorstellen, wie es ist, wenn ein Gerichtspsyhologe sagt, er hätte nicht genügend Details über den Tathergang erfahren, während die Frau gegen eine Retraumatisierung ankämpfen muss, oder eine innere Hemmung, überhaupt ein Wort über das Thema zu sagen. Auf einmal sei sie besonders wortkarg gewesen, wo sie doch sonst so gut reden kann, sagt der Psychologe.

„Köhnken: Uns machte stutzig, dass die ansonsten sehr wortgewandte Klägerin den eigentlichen Tathergang im Vergleich zu anderen Dingen nur sehr dürftig beschreiben konnte. In den meisten ausgedachten Geschichten fehlen die Details. Deshalb zweifelten wir an der Glaubwürdigkeit der Aussage.“ (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/augenzeugen-wenn-die-erinnerung-truegt-a-927666.html)

Das soll mal einer verstehen, der noch nie ein traumatisches Erlebnis hatte, wo er einen Blackout, Herzrasen und einen zugeklebten Mund hat, wenn er nur an das Ereignis denken muss. Oder gar eine dissoziative Störung, wo die ganze Erinnerung auf einmal gelöscht sein kann. Der Psychologe hat so was wohl noch nie erlebt. Der kann sich nicht mal im Ansatz vorstellen, was es bedeutet darüber zu reden, was da passiert ist.
Die Frauen, die so was erleben und das lesen, können sich denken, was Claudia D. durchmachen muss, während ein männlicher Gutachter viel Verständnis für den Angeklagten zu hegen scheint. Ich zweifle absolut an der Seriosität solcher Gutachten, die die psychologische Situation der Frau, in so einem Fall, anscheinend völlig außer Acht lassen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Und natürlich wird jede Frau, die das ähnlich empfindet, sehr genau wahrnehmen, wie jetzt die deutsche Öffentlichkeit diese Frau als „Falschbeschuldigerin“ bezeichnet, die nun selbst vor Gericht gebracht wird, von ihrem Täter. Das ist der Gipfel des Hohns, aber hier setzten sich nur wenige für die eben „weibliche“ Angeklagte ein.
Zur Erinnerung: Der Mann wurde: “Aus Mangel an Beweisen“ freigesprochen.

Liebe Männer und liebe Presse: Das bedeutet: Es gibt nicht genug Beweise. Das bedeutet nicht, dass die Frau gelogen hat! Und mit diesem Respekt sollte man/frau den Fall auch behandeln und nicht hinter der klagenden Frau her hecheln, sie hätte gelogen.

Ich zweifle hiermit öffentlich die Methode der Glaubwürdigkeitsgutachten an, denn sie berücksichtigt nicht die Folgen schwerer Traumata und Amnesien, sowie die Retraumatisierung und Sprechhemmung, wenn ein Opfer über ein schlimmes Gewaltverbrechen befragt wird. Ich habe viele Jahre gebraucht, um das Wort „Vergewaltigung“ überhaupt einmal aus zu sprechen. Da soll sich so ein Gutachter mal überlegen, warum die Frau da so wortkarg daher kommt. Anscheinend kennt er sich nicht aus, in Opferpsychologie. Die spezielle Situation des Traumas muss mit beachtet werden.
Er kann nicht nur über die Psychologie von Lügen und Wahrheit bescheid wissen und solche Dinge, völlig außer Acht lassen, die mit dem psychischen Trauma, dieser Art der Gewalt zu tun haben.
Das kann er nicht einfach ausklammern. Da gelten nicht mehr die Regeln von „genügend Details“ erzählen, wenn das Opfer kaum atmen kann, wenn sie gezwungen ist, sich zu erinnern. Oder nur das Gefühl des Schmerzes erinnert und nicht die Farbe seiner Socken. Da sie gerade damit beschäftigt war, nach Luft zu schnappen, während  sie gewürgt wird. Soweit ich weiß wurde Claudia D. ein Messer an die Kehle gehalten, das auch Spuren hinterließ, nachweisbare Spuren, und vielleicht sah sie einfach nur noch Sternchen und dissoziiert sich weg. Das heißt, sie versucht ihr Bewusstsein weg zu schalten, um es nicht wahr zu nehmen, oder sie denkt darüber nach, ob sie danach ermordet wird und schließt mit ihrem Leben ab und denkt dann auch nicht daran, die T-Shirtaufdrucke des Mannes zu beobachten. Was der Normalfall ist! Wie soll sie da noch alle Details im Bewusstsein abspeichern für den Herrn Gerichtspsychologen? Kein Mensch weiß, wie sie sich fühlt, denn die wenigsten Opfer sprechen darüber, darum habe ich hier, in diesem Blog, mal damit angefangen und das sind nur Bruchstücke, von dem was wirklich alles passiert ist.

Am Ende folgte die öffentliche Schuldumkehr und das Opfer stand vor Gericht

Und am Ende hat die Frau Claudia D. sich auf der Anklagebank wieder gefunden, um der Sache noch den Gipfel der Demütigung auf zu setzen. Das ist eine klare Inszenierung vor aller Welt und Botschaft an alle Opfer in Deutschland: Das wird dir passieren, falls du es wagen solltest einen Mann der Vergewaltigung zu beschuldigen: Du bist am Ende die verklagte und verlachte und öffentlich angeprangerte Person.

Claudia D. leidet übrigens schwer unter Posttraumatischem Stress und hatte während des Prozesses Suizidgedanken. Das wir allerdings wenig beachtet und alle sind sich einig, dass Frauen das immer nur vortäuschen. Das erfährt eine Frau nur in den feministischen Blättern.
Für mich persönlich hat Claudia D nicht gelogen, denn ich weiß genau, wie sie sich fühlt. Und sicher wissen das viele andere Opfer, die es sich ersparen wollen hinterher auch noch selbst am Pranger zu stehen und selbst verklagt zu werden und von der gesamten Öffentlichkeit noch als Lügnerin hin gestellt zu werden.

Dazu werden uns schöne Statistiken in die Zeitung gesetzt, wie wenige Chancen auf eine Täter-Verurteilung es gibt. Leider scheinen die zu stimmen. Frau hat also nur Ärger zu erwarten und wohl auch hohe Kosten, wie uns die Presse vorrechnet. Was kosten all diese Gutachten usw. wer zahlt sie am Ende?
Die 13.352,69 Euro Schadensersatz scheinen erst der Anfang von einem großen Rundumschlag zu sein, der Kachelmann offenbar vorschwebt:….“(http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kachelmann-fordert-schadensersatz-von-seiner-ex-geliebten-a-864460.html)

Es spielt kaum noch eine Rolle, was das Ergebnis des Prozesses gegen Frau D. war. Entscheidend ist die Botschaft: SIE WIRD AM ENDE SELBST VERKLAGT. Sie muss mit hohen Kosten rechnen. Das Genügt für die Hauptbotschaft: ZEIGE AUF KEINEN FALL AN. Das wird dann auch von einem Juristen in den Talkshows gesagt. Leider kann ich mich an seinen Namen nicht erinnern, der wurde gefragt, ob er seiner Tochter zu einer Anzeige raten würde und die Antwort heißt: NEIN.

Natürlich ist die potentielle „Tochter“ jede Frau, die in Deutschland vergewaltigt wurde.
Die Täter lachen sich ins Fäustchen über die Botschaft der Deutschen Presse.

Die Leute die ständig das Wort „Falschbeschuldigerin“ verwenden, genauso wie die öffentliche Darstellung, was in einem Prozess mit der FRAU gemacht wird. Dann noch jahrelange nachfolgende Sondersendungen über unglaubwürdige Frauen und wie man sie erkennt und die armen zerstörten Männerleben, der beschuldigten und „aus Mangel and Beweisen“ frei gesprochenen.
Ich will mal irgend wo eine Sendung sehen, wo die Folgen einer Vergewaltigung für die Frau genauso bedauert wird, wie die für die, statistisch sehr selten auftretenden Fälle, eines angeblich falsch beschuldigten Mannes. Dabei werden viele der Fälle mit als Falschbeschuldigungen bezeichnet, bei denen es nur Mangel an Beweisen hieß…. Was macht euch alle immer so sicher, dass Männer grundsätzlich falsch beschuldigt werden?
Das spiegelt sich am Ende auch im Verhalten von Therapeuten und Ärzten wieder, die eine Frau um Hilfe bittet. Du gehst noch nicht mal vor Gericht, du brauchst nur Hilfe wegen der Schmerzen, der Traumata und der psychologischen Folgen.

Manche Ärzte, Ärztinnen  und Therapeuten und Therapeutinnen werden teilweise (nicht alle!) hoch aggresiv und glauben grundsätzlich gar nichts und sie verteidigen die Täter.
Wie auch sie es in der deutsche Presse gelernt haben: „Frauen sind grundsätzlich Falschbeschuldigerinnen.“ Das hat sich in die rein gefressen. Die Botschaft ist angekommen.
Das schwirrt in ihren Köpfen rum und sie machen kein Hehl daraus, solltest du versuchen, dir irgendwo Hilfe zu holen.
Das dehnt sich also auf den medizinischen Sektor aus, was für die Justiz gedacht war: Hol dir auf gar keinen Fall Hilfe, es wird dir eh nicht geglaubt und du wirst selbst beschuldigt, jemandem schaden zu wollen.

Das sind jetzt also die Psychologen und Psychologinnen, die ein Opfer um Hilfe bittet. Mit Propaganda voll gestopft, die sich gegen die Opfer wenden.
Und sie erklären dir dann genau, warum du Wahnvorstellungen haben musst oder warum du nicht so gemein zum Täter sein sollst oder dass das eine „Beziehung“ war, wenn du den Täter vorher schon gekannt und schon mal getroffen hast.
Inzwischen wirst du also nicht mehr nur dazu gebracht, den Täter nicht an zu zeigen, sondern es auch nicht zu wagen,  dir psychologische und medizinische Hilfe zu suchen.

Es wäre ja ein Widerspruch für die Gesellschaft, ein Vergewaltigungstrauma zu therapieren und gleichzeitig an die grundsätzliche Unschuld der Täter zu glauben. Sie müssten wahrnehmen, dass die Lebensrealität anders aus sieht und sie müssten wahrnehmen, dass die Folgen für die Opfer gravierend sind und ihr Leben stark beeinflussen und die Opfer schwerwiegende psychische, körperliche und finanzielle, sowie soziale Folgen tragen müssen. Das müssten sie alles wahrnehmen, wenn sie davon ausgehen würden, dass ein Opfer glaubwürdig ist. Das wollen sie nicht.

Wie es dem Opfer geht, ist immer noch das große Tabuthema und da müssten nicht immer nur die Opfer drüber selbst sprechen, denen es am schwersten fällt. Das kommt nicht im Film und im Kino vor, da kommt höchstens eine neue Anleitung zu Gewalt in 50 verschiedenen Schattierungen.
Wie lebt eine Frau in der Gesellschaft, die Vergewaltigung inoffiziell duldet und die anscheinend nur scheinbar eine Straftat ist und bei der nur den Tätern Mitgefühl entgegen gebracht wird? Das ist ein sehr unerwünschtes und tot geschwiegenes Thema.

Stattdessen findet eine Öffentliche Schuldumkehr statt: 

Andererseits hatte Kachelmann auch angedroht, den „kriminellen Frauen von 2010/2011 keine zweite Chance“ zu geben, ihn durch weitere Vorwürfe erneut „zum Opfer zu machen“.“ (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kachelmann-fordert-schadensersatz-von-seiner-ex-geliebten-a-864460.html)

Dieser, öffentlich so sehr bedauerte, Mann bezeichnet nun eine Frau, die einen Mann der Vergewaltigung anzeigt, als eine Kriminelle. Das ist das Ergebnis und das bleibt in den Ohren anderer Opfer hängen, wenn sie sich überlegen Anzeige zu erstatten.

So funktioniert die Propaganda und die psychologische Manipulation der anderen Opfer.
Wenig widersprochen von der deutschen Öffentlichkeit oder der Presse, ist das das Ergebnis: Die Opfer werden auch noch als Täterinnen hin gestellt. Das ist der Gipfel der Lobbyistenarbeit und der Absolute Hohn für die vielen Opfer, die keine Chance auf einen Prozess oder eine Verurteilung von Tätern haben, die nun munter weiter machen können, ohne Angst vor einer Anklage. Und: Die sich immer neue Opfer suchen werden!

 

Und das: Ist das Ziel der Vergewaltiger-Lobbyisten: Die Einschüchterung der Opfer, dass sie erst gar nicht Anzeige erstatten.

Ich gratuliere euch: Bei mir hat es geklappt.


Weitere Artikel zum Fall Kachelmann:

Täterjustiz- Die Bestechungsgelder zahlt inzwischen das Opfer 28.09.2016

Kachelmann- Ein Maulkorb für die Presse vom22.01. 2016

Nein heißt Nein. Beantwortung eines Leserbriefs 05.10.1016

Die deutsche Scharia 21.01.2016

Nachtrag Peitschenhiebe 21.01.2016


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.