Menschenjagd

Der Rosensteinpark ist ein schöner Ort, mit sehr hohen altehrwürdigen Bäumen, Wiesen, Seen, Blumen und Natur. Er ist zu Fuß 15 Minuten von hier zu erreichen. Es ist mein einziger Garten und ich war letzten Sommer fast 2 Mal die Woche dort spazieren. Die Männer folgten mir auf Schritt und Tritt. Ich sitze ungefähr 5 Minuten auf einer Bank, schon spricht mich einer an: „Can I talk to you.“ Frauen sind für sie nur Prostituierte, die nur zum Zwecke des Sexverkaufs einen Park aufsuchen und nicht, um statt Feinstaub mal wieder Sauerstoff atmen zu können. Auf jeden Fall werden sie wie Prostituierte behandelt und angesprochen. Selbst wenn du auf einen hohen Baum kletterst läuft einer dir hinterher und fordert sein Recht auf ein Gespräch und dass du ihm deine Personalien gibst, also Name, Alter, Wohnort, Familienstand, Willst du Sex?

In letzter Zeit wird nur noch geschrien. Von meiner Seite aus. „Hau ab, geh weg, und Schimpfwort, bei Bedarf.“ Der Mann, als Stalker bekannt, versteht jede Art von Reaktion als Jawort. Er Interpretiert jede Höflichkeit, die dir deine Erzieher mit viel Mühe beigebracht haben, als Jawort zu Sex (Die Justiz auch). Ein Lächeln und er folgt dir überall hin. Ein Wegblicken und er geht in dein Gesichtsfeld und spricht dich an. Dabei sind deutsche, türkische, afgahnische, lybische, somalische, kurdische, kongolesische, indische, pakistanische, italienische Männer. Sie stellen sich immer vor. Meiner Flüchtlingsfreundlichkeit zum Trotz werden sie jetzt angeschrien, denn es ist nicht mehr sicher.

Immerhin hat Deutschland im letzen Jahr das Mafiagesetz im Gerichtssaal streng eingehalten, das besagt:

Die Frau, die Opfer von Belästigung oder Sexueller Gewalt ist, wird schuldig gesprochen oder als Falschbeschuldigerin abgewiesen, zahlt dem Belästiger Schmerzensgeld und wird sogar manches Mal mit dem Messer im Rücken aufgefunden. Das ist der rechtliche Stand der Dinge, von der Umsetzung im Gerichtssaal aus betrachtet, nicht von der Gesetzgebung des Bundestags aus.

Mit dem Bewusstsein absolutes rechtloses Freiwild zu sein, auf das die Menschenjagd eröffnet wurde, gehe ich nur noch mit vertrauenswürdigen alten Freunden nach 19 Uhr aus dem Haus. Treffpunkt: Rathausplatz. U-Bahnstation: Rathaus. Es ist 20 Uhr, ich bin dort verabredet. Das war vor 3 Wochen. Während ich auf die Rolltreppe zu gehe kommen 2 Männer, einer von Hinten, einer von Links, einer von Rechts,… äh 3 Männer. Auf mich zu. Der von hinten sagt „Hallo, Hallo“, der von Links sagt „Hallo, Hallo“ und laufen mir nach. Ich flüchte die Rolltreppe rauf. VVS Ausweise lohnen sich nur für Männer ohne Ausgehverbot. Frauen müssen zu hause bleiben oder sie werden überfallen. Die U-Bahnstation ist absolut nicht sicher, weil auf der anderen Seite das Prostitutionsviertel ist. Ich konnte meine Wertsachen und meinen wertvollen Hintern retten und bin oben auf den Rathausplatz gegangen, um auf meine Verabredung zu warten. Sitze auf der Bank vor dem Brunnen. Starre in das Handy und gebe Standortdaten (WhatsApp) durch….
Er ist sauer, dass ich den Treffpunkt verlassen habe, „Ich wurde dort beinahe überfallen….“ Alles klar….

Ein schwarzer Mann spricht mich an, ich starre aufs Handy, er schleicht in gebückter Haltung um mich rum, um in Augenhöhe vom Handy zu kommen und sagt: „Willst du Sex?“ Ich starre aufs Handy. Zum Glück hat mich meine Verabredung erlöst, der weiter hinten nach mir gesucht hat.

[Meine UNENDLICH große SElBERSCHULD, weil ich eine Frau bin, liegt an meinem Outfit, meinem Frausein, weil ich zuvor zu hause was gegessen haben, weil ich danach mit jemand anderem was getrunken habe oder wiel ich überhaut da war. Weil ich eine Nase habe und weil Frauen immer Schuld sind.

]

Alle Frauen, die in Stuttgart noch alleine irgendwo rumstehen, laufen oder gehen oder einkaufen, werden von den Männern drum herum zu Freiwild erklärt und erbarmungslos gejagt. Du kannst auf den Stufen des Königsbaus sitzen und Hot Dog essen, da setzt sich ein Kerl daneben, rempelt dich an und rülpst laut. Oder auf der Freitreppe, da kommt ein Deutscher und motzt dich an: „Setz dich gefälligst in die Sonne, weiter oben, da ist es viel besser“. Auf jeden Fall, weiß der Mann immer alles besser und muss mich belehren, auf Schritt und Tritt, dass ich gerade etwas falsch mache.

Mit diesem GARKEINMENSCHENRECHTMEHR HABEN, habe ich ein Problem. Ich bin nicht 150 kg schwer und auch nicht hässlich. Ich werde überall als Jagdwild angesehen, auf das jeder dahergelaufene Mann ein Recht hat, laut der deutschen Justiz, sogar das Recht mich weiter zu verkaufen oder zu vermarkten oder foltern, oder eben mit mir zu machen, was auch immer er will oder ich bezahle ihm Schmerzensgeld falls ich die Polizei einschalte.

Ich kann auch nicht alle paar Minuten die Polizei holen.

Inzwischen gehe ich nicht mehr in den Rosensteinpark. Keine Zeit oder so, keine Lust oder so oder eine Ausrede vor mir selbst, ich habe mich verjagen lassen. Dieses Revier wurde erfolgreich nur an Männer vergeben, die Frau hat Zutrittsverbot und darf ohne Lebensgefahr nicht hingehen. Ich laufe bis zum Wald. Da kommen die nicht so oft hin. Endlich Atemluft.

Ich brauche Schuhe in der Königsstrasse. Laufe an einer Bank vorbei. Ein Mann rempelt mich mit vollem Karacho an. Da kann ne Frau davon Umfallen. Direkt auf die Brüste und die Arme. Ich schaue nur auf meine Werstsachen. Er sagt was in unbekannter Sprache und ist verschwunden. Das hätte schief gehen könne, für Geld und Handy, das ist strafbar, das mit den Brüsten ja nicht. Ich bin nur eine Menschenrechtslose Frau, mit der jeder alles machen kann, was auch immer er will, egal wo und wie und was.

Auch der Nachhauseweg von der Arbeit in der U-Bahn ist nicht so leicht. Eine alte Frau will unbedingt meinen Platz. Ich verweise sie auf den Platz gegenüber. Sie sagt: „Der ist nicht in Fahrtrichtung.“ Ich sage: „Da hinten ist die halbe U-Bahn mit leeren Plätzen in Fahrtrichtung“ Sie mault rum ich soll meine Taschen runter nehmen usw. Weil sei alt und klapperig ist lasse ich ihr beide Plätze und gehe wo anders hin. Ihr Mann und sie setzen sich auf die Plätze und motzen Minutenlang in meine Richtung, wie unverschämt es war, dass ich da gesessen habe, mit Taschen. Bis mir der Kragen platzt und ich sage: „ Das ist nicht der Behindertenplatz und man muss sich auf leere Plätze setzen, die weiter hinten sind und die sind sogar in Fahrtrichtung.“ Das sieht ein Mann, der sich einmischt und mich anschnauzt, dass ich kein Recht habe, Taschen auf den Platz zu stellen und er grinst frech, weil er und die beiden anderen deutschen jetzt ein Trio gegen mich bilden. Sein Blick war dermaßen gehässig, dass ich es erkannt habe und bin sofort aus dem Zug ausgestiegen.

Mit der nächsten Bahn fahre ich nach Hause. Vor einer Schule spricht mich ein Mann an: „Darf ich mit dir sprechen, du bist so schön …“ Er hat das bestimmt schon 2 Mal zuvor gemacht. Ich schreie nur noch: „Hau ab, A…. Hau ab, lass mich in Ruhe“ Sicher wird mich die Polizei bald festnehmen für das Beleidigen von armen, armen Männern, die ihr Recht auf Sexuelle Belästigung vor der korrupten Justiz durchsetzen werden.

Zu Hause ist es auch nicht viel Besser. Die Männlichen Nachbarn setzen das Recht durch, meine Unterwäsche voll zu wi**sen, die ich zu spät aus der Waschmaschine hole und haben gemeinsam in der Eigentümerhausversammlung beschlossen, per Schlüsseldienst während meiner Abwesenheit meine Wohnung zu betreten, angeblich um eine Wasseruhr aus zu tauschen, die die Firma die letzen 10 Versuche sie einzubauen, nicht mitgebracht hatte. Ich glaube, das hatte ich schon erwähnt….

Es ist mir verboten irgend wo zu sein, hin zu gehen oder zu sitzen oder zu wohnen.

Früher war es besser. Jetzt ist Krieg. Zwischen Stalkerfluten und Frauen.

Ohne Mann darfst du nirgendwo hingehen oder etwas kaufen, vermitteln Türkische Verkäufer oder Handwerker mehr oder weniger direkt: „Komm wieder mit Mann“

Die massiven Rückschritte der Frauenrechte vor der Justiz haben den Nährboden für diese Jagd auf Frauen geschaffen. Der „Rechtsstaat“ schützt nur den männlichen Angreifer. Die meisten Frauen pennen weiter, müssen nix machen für Frauenrechte, das ist für sie ja alter Kaffee…. Es gibt viel zu wenig Solidarität von anderen Frauen, die sich immer mit Tätern solidarisieren. Auswandern bleibt am Ende als letzte Option, Das Geld nehme ich mit.

Langsam aber sicher schließt sich der Kreis der Männer, die ja das Recht haben bei mir Einzudringen, egal ob in Körper oder Wohnung und sie arbeiten Hand in Hand alle zusammen. Gegen meinen Willen.


„Im Zweifel für den Angeklagten“ Ist der zynische Spruch, der mir entgegen schallt. Falls der Angeklagte ein Mann ist.

Als Selbstschutz überlege ich mir folgendes: Pfefferspray, Karatekurs, Elektroschocker, Niemals die Polizei holen dürfen, weil Anzeigeverbot, Schreien, Vollverschleierung (Rechtlosigkeit wie in Afghanistan führt zu Outfit wie in Afghanistan), Ausgehverbot überall, Wohnung absichern mit Kameras und Alarmanlagen, Flucht nach Schweden.

 


© 24. August 2017 Autorin Frau JulianeArnold. Stuttgart, Deutschland.
 Artemisnews.de

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