Korruption an der Kunstakademie

„Einen Studienplatz an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste zu bekommen ist im Prinzip eine einfache Sache.“ Erklärte mir der Professor in der Mappenbesprechung für die Bewerber des darauffolgenden Semesters. Da gehen sie alle hin, die den Tipp bekommen haben, dass es größere Chancen auf einen Studienplatz gibt, wenn man/frau sich von dem Professor dort beraten ließe, welche Bilder in die Bewerbungsmappe getan werden sollten. Er sucht mit den Bewerbern dann die besten Bilder aus. Ich hatte eine Note von 1 im Abitur für Kunst, aber wenig Bewerbungsbilder und so ging ich noch ein Jahr auf die Freie Kunstschule Stuttgart, wo ich das Malen und Zeichnen hervorragend gelernt habe. Mit diesen Bildern stellte ich eine Bewerbungsmappe zusammen. Die erste Bewerbung wurde abgelehnt, auch an der Kunstakademie Karlsruhe. Dafür bekam ich einen Studienplatz an der Pädagogischen Hochschule für das Lehramt mit Hauptfach Kunst. Ich wollte immer lieber Künstlerin oder danach noch Graphik Designerin werden. Lehramt liegt mir nicht so nahe, obwohl ich keine andere Wahl hatte. Ich bewarb mich darum nochmals ein Jahr später an der Kunstakademie und bekam wieder eine Absage. Es gab ca. 3000 Bewerbungen auf 30 Studienplätze. Bei meiner darauf folgenden Bewerbung bekam ich den Tipp, zu dem Professor in die Mappenbesprechung zu gehen. Dieser sagte mir dann, welche Bilder er gut findet. Wer sich einige Jahre hintereinander bewirbt hat bessere Chancen und zeigt den Willen zur Kunst. Außerdem sehen sie die Verbesserungen deiner Fähigkeiten. Es wird also gewünscht, dass mehrere Jahre hintereinander Bewerbungsmappen eingereicht werden. Er sagte mir außerdem folgenden Satz:

„Da kam eines Tages ein behinderter Bewerber und der hatte eine ganz kleine Mappe dabei und da waren ganz kleine Bildchen drin. Das hat uns vollkommen genügt, um ihn zu nehmen, so überzeugend waren diese kleinen Bildchen.“

In diesem Jahr durfte ich in der Eignungsprüfung mitmalen, für die aus den 3000 Bewerbern ca 40 ausgewählt worden waren. Meine Bildchen waren aber trotzdem nicht so kleine Kupferstiche gewesen, als dass ich den Studienplatz bekommen hätte. Dies wiederholte sich im darauf folgenden Jahr, der Professor wiederholte bei jeder Mappenbesprechung seine Empfehlung.  Ich durfte nicht mehr in die Prüfung. Insgesamt habe ich 7 Bewerbungen gemacht. Ich kann das mit Ablehnungsbescheiden beweisen. 4 in Stuttgart, 2 in Karlsruhe und 1 in Düsseldorf.

Irgend wann habe ich aufgehört Mappen zu gestalten und statt dessen mit den Bildern eine Ausstellung gemacht.

Damals war ich noch zu jung und glaubte an die deutschen Gesetze zur Studienplatzvergabe. Ich war naiv und unschuldig und dachte, mit guter Kunst könnte ich mich durchsetzten. Niemand hat mir erzählt wie böse die weite Welt da draußen ihn Wahrheit ist. Immer wieder hörte ich: „Du bist nicht gut genug.“ Das ist der schlimmste Schaden, der daraus entstanden ist. Des weiteren hatte ich damals die Professoren an der Kunstakademie als Fachleute und Künstler richtig respektiert und daher auch auf sie gehört. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Vielen anderen Künstlern und Künstlerinnen wird es so gegangen sein. Ich hätte mich mit der Mona Lisa oder der Stary-Night von Van Gogh bewerben können (heute die teuersten Bilder der Welt) und hätte immer noch keinen Studienplatz bekommen, denn die Auswahlkriterien richten sich nicht nach der Qualität der Kunst.
Macht hat nichts mit Können zu tun, nur Kunst kommt von Können und sonst von nichts. Es ist nicht die Kunstakademie die entscheidet, wer KünslterIn ist, nur wer später einmal besser Karriere machen kann, wird dort entschieden.

Erst jetzt, wo ich das mit der Korruption in Deutschland verstanden habe und ich mir die Finger wund gemalt habe, für immer noch bessere Kunstwerke, weiß ich, was für Bilder das gewesen wären in diese Bewerbungsmappen gehört hätten: Blaue und grüne und braune Kupferstiche mit berühmten Persönlichkeiten Deutschlands auf Baumwollpapier gedruckt und mit DM oder € Zeichen versehen. Allerdings steht auf solchen Bildern, dass es strengstens verboten wäre, diese selbst zu erstellen oder zu gestalten oder in selbst erstellte davon in Umlauf zu bringen. Für alle, die sich von Kunstakademien sagen lassen, sie wären zu schlechte Künstler: Es liegt nicht an euch. Bitte geht jetzt aber nicht hin und belohnt diese Professoren noch  mit Bestechungsgeldern. Sonst bin ich es gewesen, die angestiftet hat….

Beispiele von untauglichen und von der Kunstakademie abgelehnten Bewerbungsbildern:


Ablehnungsbescheide

aka-stuttgart-2000

aka-stuttgart-1999

aka-duesseldorf-2001-s-1

aka-karlsruhe-1999


© 13. September 2016 Autorin Frau Juliane Arnold. Stuttgart, Deutschland.
 Artemisnews.de

One thought on “Korruption an der Kunstakademie

  1. Na ja Julianchen. Du malst eben 0815-Bilder. Die hauen mich ehrlich gesagt nicht um. Sie schauen aus wie Bilder, die Psychologen in ihrer Praxis hängen haben, welche ehemalige Patienten gemalt haben. Mein Freund malt in seiner Freizeit auch Bilder. Er hat keine Ausbildung und malt ehrlich gesagt besser als du.

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