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Ich bin unsichtbar

Die güldenen Lichtgestalten Deutschlands sehen eine Asche wie mich nicht. Ich muss also aufpassen, dass ich keine Rassistin werde, wenn ich ab und zu bemerke und anfange darüber zu sprechen oder zu tippen, dass ich schon mal geglaubt habe, ich sei unsichtbar.
Wie peinlich, ein Festtagsmahl für die Psychiater. Das war so. Nachdem das mit dem “Mann mit der Pistole” war, hatte ich eine tiefe Ohnmacht und kam aus einer Nahtoderfahrung zurück und ich war noch nicht ganz wieder klar im Hirn, da ich so viele Drogen injiziert bekommen hatte, so dass ich mit einem Bein im Jenseits war und mit einem Bein in Deutschland, was zur Folge hatte, dass ich nicht mehr gehen konnte. Meine Beine ließen sich nicht mehr bewegen. (Im Übrigen ganz klar ein Fall für die Psychiatrie, dass ich mir einbildete, ich könnte meine Beine nicht bewegen {Uniklinik Freiburg})
Ich schweife vom Thema ab.
Was wollte ich sagen.
Eigentlich hatte der Mann übrigens dunkle Haare, der mich überlegen ließ, ob ich vielleicht doch ein Geist sei. Das sieht man ja immer im Fernsehen, dass die Geister nach dem Tod rumlaufen und die Leute können sie weder sehen noch hören. Selbst wenn sie direkt vor ihnen stehen, sie berühren und sie ansprechen. So erging es mir mit mehreren Menschen. Das war meiner psychischen Genesung natürlich nicht förderlich.
Damals war mir noch nicht so bewusst, was mir neulich an der Supermarktkasse klar wurde. Das wiederholt sich. Vor mir eine Schlange von 8 dunkelhaarigen Menschen, mit ausländischem Aussehen. Die lichtgestaltete engelshafte Frau an der Kasse hat keine Sehkompetenz für uns, denn wir sind nur dunkle Wesenheiten aus der Anderswelt, so dass sie gar nichts dafür kann, dass sie uns nicht gesehen hat. Sie muss das deutsche Rentnerehepaar 10 Minuten lang beraten über den Unterschied, zwischen Butter und Margarine. Ich verzeihe ihr nochmal, ich habe ja schon früher gemerkt, dass ich unsichtbar bin. Ganz besonders, seit meinem Besuch im Jenseits, scheine ich manchmal leicht transparent zu sein. So ging es mir auch im Künstlerbedarfsladen. Nachdem die Frau vor mir in der Schlange {ich war die letzte} bezahlt hatte sprang der Mann auf, rannte zu einem Herrn hinter mir, begrüßte ihn herzlich mit Namen und beriet ihn bei der Auswahl seiner Bleistifte. Ich wanderte derweil in die Schlange der Kasse nebenan weiter. Vielleicht sehe ich in diesem Licht weniger transparent aus.

Auch stellte ich fest, dass meine Transparenz nicht weg ging. An Automaten für Fahrkarten und Parkscheinen kam mir immer wieder eine sichtbare Gestalt des Lichts zuvor, hat mich eben nicht gesehen, stellt sich einfach vor mich hin, drängt meinen erhobenen Bezahlarm zur Seite und mich auch und sagt: “Ach ich dachte, Sie brauchen jetzt da so lange.”
“Inoffizielle Vorfahrtschilder bestehen also nicht nur aus Daimlersternen, die du tunlichst zu beachten hast, um Unfälle zu vermeiden, sondern auch durch irgend was anderes, was Fußgängerinnen haben.” Dachte ich.
Auch im Bus war es so, aber vielleicht wird´s langweilig…..
Ich stand also 7 Minuten da, bis der Fahrer den Bezahlautomat repariert hatte, ganz vorne in der Schlange. Als es so weit war, sprang auf einmal ein Mann auf, der saß schon, drängt sich vor. “Er war zuerst da!” Ich habe das nicht ganz verstanden also erklärt er es mir: “Sie sind gaaanz gaaanz weit da hinten, da war ich schon im Bus” (Er zeigt auf die Königsstrasse – vom Busbahnhof Linie 42 aus gesehen) Ach so, ich habe die Rangordnung nicht verstanden.

Was wollte ich noch sagen. Ja, es gibt noch Leute, oder immer mehr davon, die mich wieder sehen können. Ihre Blicke lassen mich erschauern. Lange habe ich mir überlegt, wie kann ich das zeichnen, ich fand den Blick nur als Vorlage bei Fotos von Adolf Hitler.
Äh ich glaube, ihr versteht mich auch so.

PS: Natürlich gibt´s auch Leute, die einen freundlich anlächeln. Auch in Deutschland. Ich treffe sie an geheimen Orten in dunkleren Ecken. Oder bei privaten Gelegenheiten.

© 2016 Juliane Arnold


English-Verison
I am invisible

The golden beings of light in Germany do not see an ash like me. So I have to be careful that I’m not a racist when I occasionally notice and begin to talk about it or to type, that I have ever believed that I was invisible.
How embarrassing, a festive food for the psychiatrist. It was like this. After the case of the “man with the gun ” I had a deep swoon, and came back from a near-death experience and I was not quite clear again in the brain, because I had gotten injected so many drugs, so I was with one leg beyond and with one leg in Germany, which meant that I could no longer walk. My legs could no longer move. (Incidentally, clearly a case for psychiatry that I imagined I could not move my legs {Clinics of the University of Freiburg})
I digress from the topic.
What I wanted to say.
Actually, the man had dark hair, which made me think, if I was perhaps just a ghost. You can see that getting on TV that the ghosts walking around after death, and the people can not see or hear them. Even if they are right in front of them, touch them and talk to them. This happened to me with several people. That really was not conductive for my psychological recovery.
At this time I was not as aware of what I realized the other day at the supermarket checkout.This is repeated.In front of me a queue of 8 dark-haired people, with a foreign appearance.The light-crafted angelic woman at the cash register does not have the viewing-competneces for us, because we are only dark beings from the other world, so it is not her fault, that she has not seen us.She needed 10 minutes to counsel about the difference between butter and margarine to a German retired couple.I forgive her again, I have already noted earlier that I’m invisible.Especially, since my visit in the hereafter, I sometimes seem to be slightly transparent.So it was for me in the artists materials store.After the woman had paid in front of me in the queue {I was the last one} jumped the man up, ran to a gentleman behind me, greeted him warmly by name and advised him in choosing his pencils.I wandered meanwhile in the queue checkout next.Maybe I look less transparent in this light.

I also found that my transparency did not go away. There are vending machines for tickets and parking tickets a visible form of light again came first, has not just seen me, just standing in front of me, pushing my raised paying-arm and me aside and says, “Oh I thought, you now just need so long time. ”
“So unofficial road signs consist, not only of Daimler stars, which you have to consider as far as possible, to prevent accidents, but also something else, what do pedestrians have.” This is, what I thought.
Also on the bus it was like this, but perhaps it becomes boring … ..
So I stood there for 7 min until the driver had repaired the paying machine, at the front of the queue.When it was ready, a man who was already sitting, jumped at once pushing forward.”He was there first!” I did not quite understand so he explained it to me: “You are sooo sooo far back there, I was already on the bus” (He points to the King Street – seen from the bus line number 42 ) Oh, I did not understand the hierarchy.

What I wanted to say. Yes, there are still people, or they are getting more, that can see me again. Their eyes make me shiver. I have been thinking for a long time, how can I draw this. I found these views only as a template on pictures of Adolf Hitler.
Uh, I think you just understand me without paintings.

PS: Of course, there are still people that have a kindly smile.Also here in Germany.I meet them in secret locations in darker corners.Or at private occasions.

© 2016 Juliane Arnold

 

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