Einwanderer im Stadtpark Stuttgart

Seit über einem Jahr waren sie auf der Königsstrasse (Innenstadteinkaufsmeile) zu sehen. Sie unterhielten sich lautstark und es sah aus, wie eine kleine Feier oder ein Familientreffen. Es sind ca. 30 Menschen oder mehr. Ich ging des Öfteren an ihnen vorbei. Einschüchternd war nur, dass es so viele waren und sie eine fremde Sprache sprechen. Eindeutig waren sie spät abends dort noch unterwegs. Normale Menschen denken, „Die werden schon irgendwo wohnen und dahin gehen in der Nacht“. Dies ist jedoch nicht so. Da ich in Stuttgart zentrumsnahe wohne, treffe ich diese Leute immer wieder. Sie haben weder eine Flüchtlingsunterkunft, noch ein Obdachlosenheim noch irgend ein Dach über dem Kopf. Es sind dabei einige Frauen, Männer und Kinder. Auch Kinderwägen stehen da herum. Die Leute genießen nicht nur das schöne Wetter im Park, wie man sich Anfangs denkt. Sie wohnen dort. Sie machen keine Grillparty, denn sie haben nichts zu grillen. Sie haben sich ein paar Matratzen besorgt und ziehen mit diesen immer wieder um. Sonntags kann es vorkommen, dass sie auf der Königsstrasse sitzen auf eingerollten Matratzen, dann wieder sind sie unter einem Denkmal im Schlossgarten und schlafen auf den Matratzen. Dies bei jedem Wind und Wetter, Regen und Schnee. Ich habe die Polizei beobachtet, wie sie an denen achtlos vorüber geht. Sie werden nichts gefragt und nicht in die Flüchtlingsunterkunft gebracht. Wie überleben diese Menschen überleben? Sie sehen noch nicht so aus, als ob sie verhungern, aber dass sie frieren ist offensichtlich. Meine Vermutung ist, dass sie wohl illegale Flüchtlinge oder Einwanderer sind und sich deshalb nirgendwo melden. Vielleicht wissen sie aber auch nur nicht, wohin sie gehen sollen.

Es wäre sehr nett, von der Stadt Stuttgart, wenn diese Menschen wenigstens an einem Ort bleiben könnten und nicht jede Nacht woanders hinziehen müssen. Immerhin sind dort kleine Kinder. Es wäre eine Unterkunft nötig oder die Polizei könnte wenigstens auch wegschauen, wenn sie sich Zelte für ein Camp aufbauen und dass es eine Suppenküche gibt. Es darf nicht sein, dass diese Familien hier einfach so im Stich gelassen werden, egal welchen Status sie auch haben. Ich will nicht mit ansehen, wie diese Kinder und Erwachsenen dort im Park langsam verhungern und erfrieren. Es muss etwas gemacht werden. Wir sind hier alle für diese Menschen verantwortlich.
Jede und jeder von uns könnte etwas zu Essen vorbei bringen.

 


© 07. März 2017 Autorin Frau Juliane Arnold. Stuttgart, Deutschland.
 Artemisnews.de

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