Die Ausrottung von Künstlern und Intellektuellen

Die Diktaturisierung Deutschlands

Es geschieht langsam, nicht schnell, sondern ganz langsam, so dass die Weltöffentlichkeit nicht darauf aufmerksam wird. Die soziale Verelendung bestimmter Menschengruppen ist politisch gewollt. Ihre Vernichtung durch aushungern und Zwänge des HartzIV Systems wird mit viel Propaganda verbreitet.

Es sind bestimmte Menschengruppen, die den Mächtigen in Deutschland nicht passen und die mit aller Macht in die Defensive gedrängt werden. Ein Toter hat keine Wählerstimme, ein Inhaftierter Intellektueller auch nicht.

Leute, die wie Pfarrer Bräuchle auf einer Pro Stuttgart 21 Demo schreien: „Wir werden diese Hippies aus der Stadt jagen“ (Gibts irgendwo bei youtube zum anschauen) sind Volksverhetzer mit einem christlich konservativem rechten Hintergrund, die gegen alle Alternativen Lebensanschauungen einen Kreuzzug gestartet habe, der leise und schleichend ist, der sich aber langsam auch in den Protesten der Unterdrückten zeigt.

Seit der Agenda 2010 hat sich das Leben in Stuttgart verändert. Ich will das mal an meiner Lebensgeschichte erklären. Nach meiner Ausbildung zur Lehrerin stellten sie keine Lehrer ein und ich wurde eine Multimediadesignerin. Beim ersten Bewerbungsgespräch bekam ich den Job in einer Fernsehfirma, machte weiterhin Kunst und plante neben einem Vollzeitjob eine Kunstaussstellung. Alles kam von alleine zu mir, ein Galerist schrieb mich an: „Möchtest du bei uns im Gotec-Künstlercaffee Karlsruhe ausstellen?“ Klar.

Treffen in Stuttgart zur Besprechung an einem Insidertipp: Atelier Unsichtbar. Es war ein schnuckeliges kleines Künstleratelier und der Künstler stellte andere Künstler aus, so dass es zur Galerie wurde. Ein Nebenraum war mit Klavier ausgestattet und einem Haufen Instrumente in dem sich regelmäßig Musiker versammelten, um gemeinsam Jazz zu spielen. Wild und durcheinander. Solche kleinen Treffpunkte gab es mehrere im Nordbahnhofviertel. Und ein größeres Kulturzentrum namens „die Wagenhallen„. Das kulturelle Leben Stuttgarts ist nicht immer da, wo der Staat die Millionen hin fließen lässt. Es gab dort eine Vernissagen Ausschankgenehmigung, für die Herrschaften von der Kontrollbehörde. Der Galerist und ich waren zusammen. Die Finanzierung: Mein Geldbeutel. Jedenfalls eine Weile. Er hatte nur ALGII

Also, die Frau arbeitete 40 Stunden, finanziert den Mann und seine Kunstgalerie. Die Kunst habe ich in meiner Freizeit gemacht und gar nicht als Alternative zum Arbeiten, sondern nebenbei die Wirtschaft muss sich meiner Arbeitskraft also gar nicht beraubt fühlen. Die Ausstellung wurde auch nebenbei gemacht und hätte sonst auch gar nicht finanziert werden können, denn es ist eher ein Benefizkonzert, als ein lukratives Konzert. Den Leuten wird ein kultureller Event geliefert, der wenig bis gar nichts an Geld einbringt. Trotzdem lieben es die Künstler die Welt mit ihrer Kunst zu bereichern und zu beschenken und ihnen Lebensfreude und Kultur zu geben.

Das ist eine Lebensform, die einen Pfarrer Bräuchle und alle diese Konservativen Hausfraueneheaufzwinger zum Schaum in dem Mund haben bringt. Wir waren alles, was sie nicht wollen: Glücklich. Dort trafen sich viele Künstler aus Stuttgart Abend für Abend für hochintellektuelle Gespräche, über die Verbesserung der Kunst, des Jazz und der Politik. Die Männer sind nicht immer die Reichen und die Ernährer. Manchmal sind´s auch die Frauen.

Die Politik hat „Mutterschutzgesetze“ Das bedeutet: Sie will mich zum Muttersein zwingen. Bevor ich noch Mutter würde, beschloss meine Chefin, mich zu entlassen.

Das ist auch der Grund, warum ich später nur noch als Freiberuflerin arbeiten durfte. Dort und anderswo. Ich wurde also nur noch für die gearbeiteten Stunden, ohne soziale Absicherung, dafür mit mehr Steuern und Krankenkassenkosten bezahlt. Agenda 2010. Die Galerie konnte von mir nicht mehr subventioniert werden, außer durch ehrenamtliche Arbeit. So war es auch noch bei anderen Künstlertreffpunkten mit Ausstellungsmöglichkeiten und Partylocation. Alles ist zu. Solche Art Treffpunkt für alternatives Denken gibt es nicht mehr. Meine Freiberuflichkeit wurde durch massive Angriffe von Männergruppen unterbrochen.

Sie wollten, dass ich hier den Job in einem Bordell annehme. Inzwischen sind mir einige Zusammenhänge klar geworden. Ich lehnte konsequent ab, aber man wollte mir kein Mitspracherecht einräumen. Das ist der einzige Job, der mir als Frau ständig angeboten wird. Das Ganze hat mich schwer krank gemacht und ich war Jahrelang nicht mehr viel in der Kunstszene zu sehen. Als ich zuletzt nach sah, war die Galerie Unsichtbar ein Trümmerhaufen, das Kulturzentrum Wagenhallen wird gerade abgerissen.

Eisenbahnwaggons waren Wohnateliers und Treffpunkt für viele Parties und Events. Alles ist weg. Kein Treffpunkt mehr für die armen Künstler, die sich selbst die AvantGarde nennen und die von der Kunstakademie nur angespuckt werden, weil nicht genug Bestechungsgelder geflossen sind. Die Künstler sind verschwunden, manche obdachlos, viele werden vom Hartz-IV System zu irgend etwas gezwungen oder ausgehungert. Wer sich dem Konservativ-Christlichem Denken nicht beugt und seine Lebensform nicht annehmen will, der wird hier nach und nach zu Grunde gerichtet und steht auf der Ausrottungsliste. Einkaufszentren schießen hier wie Pilze aus dem Boden und die Großbaustelle begräbt die ganze Stadt im Feinstaub. Künstlerförderung gibt es gar nicht. Mein Ausstellungsraum ist mein Wohnzimmer, wo ich wegen des Traumas kaum Männer herein lassen will. Ich vertraue ihnen nicht. Ich nehme nicht den Job in den Bordellen, noch den als Hausfrau. Ich bin eine Künstlerin, mit arbeitslos als Multimediadesignerin, noch zu krank für die Rückkehr in den Lehrerjob, der ein Superstress ist. die zum heiraten gezwungen werden soll, indem man mir als Frau einfach weder eine Fortbildung, noch einen Job anbietet, sondern mich nur mit Todesdrohung zum Bewerbungen schreiben zwingt. Die Männer mit denen ich früher zusammen war sind selbst Künstler, wir passen zusammen. Sie sind genauso arm wie ich und sie können nicht machen, was christlich konservative Politiker uns aufzwingen wollen, nämlich die Frau ernähren, die in die Arbeitslosigkeit gezwungen wird. Es ist manchmal genau umgekehrt. Ich habe mehrere von denen unterstützt, nicht nur meinen Freund, weil alle immer kurz vor der Obdachlosigkeit oder dem Hunger standen. Ich habe die meisten aus den Augen verloren. Sie sind verschwunden. Vielleicht sind manche nach Berlin gegangen, wo es für Künstler nicht so düster ist, wie in Stuttgart. Hier gibt´s nur noch Chickimickikunst. Sie können gut gemachte Prints, die täuschend echt aussehen gerne für Originalgemälde halten, die gibt es schon ab 10000 € in den Edelgalerien zu kaufen. Das ist der neueste Trend. Die echten Künstler sehen sie als Obdachlose und Bettler auf der Strasse. Deutschland hat die intellektuelle Elite und die Querdenker im Visier und knöpft sie sich vor. Wir werden sicher für links gehalten und daher bekämpft, zensiert und mit aller Macht des Staates bekämpft und bekriegt. Die Toten und die Verselbstmordeten sprechen nicht mehr darüber.

Ein Schelm, wer glaubt, das wäre ein Zufall:

„Einen Tag nach dem 1. Mai werden die Gewerkschaften verboten, da ist die Verfolgung der Juden längst im Gange. Kommunisten und Sozialdemokraten werden verhaftet, Künstler und Intellektuelle ins Gefängnis geworfen oder ins Exil getrieben.“ Hitlers Machtergreifung

http://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/tid-29263/deutscher-schicksalstag-30-januar-1933-vor-80-jahren-kam-hitler-an-die-macht-der-weg-in-die-diktatur_aid_908695.html

 


© 05. September 2017 Autorin Frau Juliane Arnold. Stuttgart, Deutschland.
 Artemisnews.de

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