Der Wert der Frauen: Kampf dem Frauenhass

Zu meiner großen Überraschung stimmten auch die männlichen Bundestagsabgeordneten für „NEIN heißt NEIN“ obwohl unser Frauenmagazin prophezeihte, dass nur die Frauen aller Fraktionen es erreichen würden, dass sich das bisher bestehende und nun völlig ad acta gelegte Sexualstrafrecht ändern solle. Laut verschiedenen Medienberichten stimmten ALLE Bundestagsabgeordnete dafür, andere schrieben, es gäbe eine Gegenstimme, der Übeltäter konnte aber nicht ermittelt werden, trotz eingeblendeter Statistik. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestagsradar-das-sind-ihre-abgeordneten-a-928365.html

Es ist vor allem darum erstaunlich, weil bisher etliche männliche Bundestagsabgeordnete vor der FLUT an Falschbeschuldigungen zurück geschreckt sind, die Frauen über die Männer Deutschlands beschuldigen würden. Lieber wurden bisher 93 % der Vergewaltigungen nicht bestraft, als dass ein einziger Mann falsch beschuldigt vor einem Richter stand. Das wiederum zeigt, welchen geringen Stellenwert eine Frau neben einem Mann hat. Die Dunkelziffer und die geringe Verurteilungsquote machte bisher aus Vergewaltigung ein quasi straffreies Verbrechen. Das wird auch weiterhin so bleiben, fehlt es doch immer noch an der Beweisbarkeit solcher Taten. Solange Richterinnen, wie die Richterin im Fall Gina Lisa Lohfink ein selbst bewiesenes, auf Film aufgenommenes „NEIN“ als ein: In Wahrheit hat sie JA gemeint, wertet. Hier bleibt die Frau in Deutschland immer noch ein rechtloses Freiwild, die nicht für voll genommen wird. Dies kann in diesem Fall nur noch als böswillige Unterstellung gewertet werden. Die Deutung, die die Frau selbst angibt gilt weniger, als die des Mannes, der sich über ihren deutlich hörbaren Willen hinwegsetzte.

Dieser Paradefall eines bewiesenen „NEIN“ macht die Probleme klar, die wir in Zukunft auch weiterhin haben werden. Das Problem ist die rechtliche Umsetzung in der Justiz und die Umdeutung von Frauenaussagen zugunsten der Sexualstraftäter.

Wir haben heute einen sehr großen Schritt in die richtige Richtung getan, indem die Bundesregierung sich offiziell davon distanziert Vergewaltigungen weiterhin als indirekt „erlaubtes“ und toleriertes Verbrechen stehen zu lassen. Sie musste dies auch aufgrund internationalen Drucks unternehmen. Der Augenöffner war die Silvesternacht in Köln, wo es vorwiegend Ausländer waren, die Frauen begrapschten und einige auch vergewaltigten. Auf einmal fühlen sich auch deutsche Männer irgendwie betroffen, weil ihnen ihre Frauen weg genommen werden. Von diesen dunkelhaarigen anders ethnischen. Anderen deutschen Männern gegenüber haben sie diese Grenze bisher nicht setzten können, statt dessen wurde da Gesetz über Jahre hinweg verschleppt und verhindert. Vor allem dies macht die Zahlen über die Abstimmungsquote im Bundestag etwas unglaubwürdig.
Erfreulich ist die Botschaft für die deutschen Frauen schon, fragt sich nur, ob das Recht auch umgesetzt wird, oder ob es nur dazu her halten wird, Flüchtlinge und Ausländer aus dem Land zu werfen.
Wir verdanken das neue Gesetzt dem Fremdenhass. Das ist die traurige Nachricht. Zum Glück konnte aus dem negativen so etwas positives gemacht werden. Und genau darum glaube ich aber persönlich nicht daran, dass sich an den Verurteilungsquoten etwas ändern wird. Solange bei einem Strafprozess wegen einer Vergewaltiger die Sorge aller vor allem dem gilt, ob nicht ein mutmaßlich „unschuldiger“ Mann verurteilt wird, anstatt, dass sich jemand irgend wie für die Frau interessiert, die noch blutend im Krankenhaus liegt. Das Mitgefühl unserer Mitbürger gilt in erster Linie dem Angeklagten.

Das Signal, dass die Bundesregierung gestern gesetzt hat, könnte etwas an dem Unrechtsbewusstsein ändern, das bisher nicht vorhanden war. Es ist jetzt jedem Mann klar, dass er den Willen einer Frau respektieren darf. Zuvor hat er gewusst, dass er machen darf, was er will. Darum ist dieses Gesetz so wertvoll. Es ändert etwas an der Einstellung der Menschen, was ein Verbrechen ist und was nicht. Und das ist die wichtigste Errungenschaft.

Mir sind zu viele Männer begegnet, die glauben, sie dürfen mit Frauen alles machen und sie machen es auch. Sie haben niemals eine Grenze gesetzt bekommen und ein Gesetz und eine Justiz oder eine Presse gab es auch nicht, die vermittelt hätte, dass eine Frau eine Respektsperson ist, deren Würde etwas gilt und deren Würde auch verteidigt wird. Das Gegenteil war der Fall. Das erste Mal erlebe ich, dass die Regierung ein deutliches Signal gibt, dass die Würde der Frau auch eine Geltung hat. Die Umsetzung in den Köpfen der Bevölkerung hat bereits begonnen.

Leider schürt die Diskussion auch eine Menge an neuem Frauenhass, von Platzhirschen, die keinen Millimeter von ihrer Macht abrücken wollen, wie das Paradebeispiel Richter Fischer beweist. http://artemisnews.de/richter-frauenhass/
Oder es gibt Männergruppen, die gerade deshalb eine Frau angreifen, weil sie sich an der Diskussion über „NEIN heißt NEIN“ stören, wie es in diesem fall geschah, als eine Frau von einer Horde Hooligans in einem Zug angegriffen wurde und die Polizei sich auch nicht getraut hat, ein zu greifen, weil ihr die Situation zu gefährlich war. Lieber lässt sie die Frau mit den Hooligans im Zug alleine.

„Ein Gerangel, Bier kippt über meine Schultern. Einer ruft: „Nein heißt Nein!“ Wieder lachen alle anderen.“

http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2016-06/sexueller-uebergriff-deutsche-bahn-polizei
Manche gehen also zum Gegenangriff über. Seit der Emanzipation der Frau und der Einführung von Frauenrechten kämpfen manche Männer dagegen an, dass diese Rechte auch umgesetzt werden.

Frauen die nicht mehr 7 Kinder bekommen und daher von Natur aus durch andauernde Kleinkindbetreuung und Schwangerschaften ans Haus gefesselt sind, sollen weiterhin von der Teilhabe an der Gesellschaft fern gehalten werden. Es ist ein Umdenken der Gesellschaft, dass Frauen genauso sehr

Was wir wirklich anstreben müssen, ist dass Frauen als vollwertige Menschen gesehen werden mit voller Menschenwürde. Dies geschieht nicht, wenn Zeitungen immer noch titeln: „Das Gehalt meines Mannes ist wichtiger.“ (Deutung der Zeitung) http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/frauen-familie-beruf-von-gleichberechtigung-weit-entfernt-a-1101874.html

Wieder einmal hat die Zeitung uns da gesagt: Der Mann ist wichtiger, sein Geld auch und seine Berufschancen und seine Karriere gehen vor. Es geht um die Macht und ums Geld, wenn so etwas geschrieben wird und es hat wenig mit der Einstellung junger Frauen zu tun. Es ist die Entwertung der Frau, die wir bekämpfen müssen.
Und es ist der Hass gegen die Frauen, der die Männer zu Vergewaltigern werden lässt. Diese Männer haben Angst um ihre Vormachtstellung in der Gesellschaft. „Es geht um Macht“ sagen die Psychologen, wenn es um Vergewaltigung geht und es geht nicht um Sex, Lust oder Fortpflanzung. Es ist der Hass auf die Frauen und die Angst um die Macht und das Geld, dass Männer sich gegen die eigenen Töchter wenden und sie schon im Kleinkindalter vergewaltigen. Dann, wenn die kleine Seele und der kleine Körper am verwundbarsten ist und das Kind innerlich zerbricht. Es wird sein Leben lang an den Folgen leiden, krank sein, psychische Probleme haben, Drogen nehmen, in die Prostitution gehen, beziehungsgestört sein Magersucht erleiden oder einfach nur ein so gestörtes Selbstbewusstsein haben, dass der Mann, sich nicht mehr vor der weiblichen Konkurrenz am Arbeitsmarkt und im Leben fürchten muss. Oder sie braucht viele Jahre, um sich von all dem zu erholen bis sie ein normales Leben führen kann. Niemals ist die Zerstörung eines weiblichen Lebens perfekter als durch die Vergewaltigung gelungen. Besonders, wenn es sich um kleine Mädchen handelt. Welche dramatischen körperlichen und seelischen Schmerzen damit einher gehen, wissen nur die Opfer.

Es darf keine Wegewerfkinder und keine Wegwerffrauen geben, die auf ihre Körperfunktionen reduziert werden sollen.

Das Reduzieren auf Körperfunktionen, wie Gebären oder penentriert werden ist die Reduzierung der Frau auf das Niveau eines Nutztieres. Das muss aus den Köpfen der Gesellschaft verschwinden. Ansonsten wird eine weibliche Frau Alberta Einstein und eine Frau „Lisa“ da Vinci niemals ihren Beitrag zu unserer Kultur leisten können. Vielleicht kann die Gesellschaft es sich auf die Dauer nicht leisten auf die Frau zu verzichten, die zum Beispiel das Heilmittel gegen Krebs finden würde, weil sei in der Schule Noten nach Haar- oder Hautfarbe und Geschlecht bekommen hat und weil sie nur (Haus) Frauenberufe erlernen oder nur Kindererziehung studieren durfte. Zu dieser Erkenntnis ist es noch ein weiter Weg, solange um Ruhm und Macht gekämpft wird und daher die Geschlechterdiskriminierung als Mittel zum Fernhalten der Konkurrenz ein beliebtes Mittel ist. Daher sehe ich es auch nicht als einen Zufall an, dass Vergewaltigungen gerade an amerikanischen Universitäten in letzter Zeit gehäuft vorkommen. Mit diesem Machtinstrument ist die Frau oder das Kind erstmal psychisch traumatisiert, krank und ausgeklinkt. Dazu kommt die Verachtung, die fast nur dem Opfer entgegen gebracht wird und ihre gesellschaftlicher Ausschluss. Dies sind die Folgen für die Opfer und dies ist gewollt, wenn Vergewaltigungen gemacht werden.

Es muss etwas gegen die Gewalt getan werden, daher muss auch etwas gegen den Hass getan werden, der dem Weiblichen entgegen gebracht wird. Das ferne Ziel ist, dass nicht mehr vergewaltigt wird, weil es keinen Frauenhass mehr gibt, sondern die Frau als das wichtige und unentbehrliche Mitglied der Gesellschaft gilt, das sie ist. Unser neues Sexualstrafrecht, ist auf jeden Fall ein guter Anfang.

Das sollten wir im Auge behalten, wenn wir den Frauenrechtskampf fortsetzen.


© 08.Juli 2016 Autorin Frau Juliane Arnold. Stuttgart.
Artemisnews.de; blog.artemis.li

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.