Blond

(Über das Blondieren-schreiben-müssen-Zwang)

Es scheint nicht zu funktionieren, darüber einfach zu schweigen, da das Thema Blondieren schon des Öfteren Thema dieses Blogs war. Besonders mein Hasskommentareschreiber (m) Bettina glaubt, ich würde Blondinen diskriminieren wollen. Dem ist nicht so. Ich bin jetzt selbst eine. Ich habe während meiner Brünettzeit sicher mehr Blondinenwitze gehört, als die Blondinen, da die Männer mir auf diese Weise versichern wollten, dass man mit mir auch ins Bett gehen will, da ich nicht so dumm bin wie eine Blonde. Ich halte Blondinenwitze für eine Art sexistischer Frauenwitze, gepaart mit Haarfarbenrassismus. Die brünette Frau wird als Frau gar nicht zur Kenntnis genommen oder als Mensch, mit der eine Paarung erwünscht ist. Darum drehen sich die meisten Blondinenwitze um die Dummheit der Frau in sexuellen Beziehungen.

Für die Ausländer, der klassische Blondinenwitz:

„Wacht ne Blondine unter einem Kuheuter auf. Sagt sie: „Okay Jungs, aber einer von euch 4 fährt mich nachher heim.“ “

„Wie steigert man den IQ einer Blondine? Man färbt sie Brünett“

Okay, jetzt bin ich auch so eine dumme Blondine. IQ Senkung inbegriffen. Das liegt daran, dass ich mich jetzt weniger anstrengen muss, um einen Job zu finden oder gemocht zu werden und die besseren Schulnoten bekommen würde, wäre ich noch in der Schule. Die Blondine wird im Allgemeinen weniger diskriminiert, daher die Witze mit der Dummheit. Sie bekommt alles viel einfacher in Deutschland, als die Brünette. Ich habe den Selbstversuch gestartet. Meine Nachbarn brüllen mich zur Zeit nicht an, wenn ich das Haus verlasse, denn sie erkennen mich gar nicht mehr. Die Verkäuferinnen, Arzthelferinnen und Beamtinnen lächeln mich an, die Männer auch. Die Hasserfüllten Blicke haben stark nachgelassen, dafür hält der 70 Jährige Daimlerfahrer mitten auf der Kreuzung an, um mich anzustarren. Ein völlig neues Phänomen, ist dass die deutsche Urbevölkerung Stuttgarts mich auf der Strasse mit „Hallo“ begrüßt, obwohl ich sie nicht kenne. Das ist mir als Brünetter Frau niemals geschehen. Eine meiner besten Freundinnen läuft aber achtlos an mir vorbei, weil sei mich nicht wieder erkennt. Obwohl ich Frauke Petry wegen ihrer „Völkisch“ Volksverhetzung auf Twitter dafür angeschnauzt habe, sind natürlich nicht nur die Nazis dran schuld, dass ich jetzt blond bin. Wegen denen hätte ich mich lieber auf der Strasse steinigen lassen, als nachzugeben. Und die Gefahr, wegen meiner Haare tätlich angegriffen zu werden ist, seit dem Rechtsruck in der Politik, von Tag zu Tag gestiegen. Natürlich geht es um einen Mann ….. „Liebe macht Blond“

Technisch war die Sache nicht ganz einfach. Die Drogerien verkaufen uns nur Rothaarigfärbemittel und nennen es dann „Naturblond“ Ich musste es 4 – 5 Mal so oft einwirken lassen, wie es auf der Packung steht. Ohne Wasserstoffperoxyd geht gar nix. Dann erscheint ein wunderschöner Orange- Gelbton in meinen Haaren und ich bin rothaarig wie Pumuckel. Was sie in der Drogerie nicht haben. Das Gegengift. Dafür musst du zum Friseur oder Friseurkunst studieren. Es muss da noch was rein, was nur im Internet zu bestellen ist: LILA.  Das ist der Trick der Friseurlobby. Mit Lila wird es ein angemessener Blondton. Oder du hellst solange auf, bis das Haar fast weiß ist, dann entstehen aber große Schäden.

Mein Lilaexperiment steht noch aus, ich habe es jetzt Platin und bin jetzt blonder wie alle anderen um mich herum und daher besonders beliebt unter den Deutschen. Ein Lächeln für mich ist mir sicher und kein Gekeife und Belästigen mehr.


 

© Sabbat, den 29. April 2017 Autorin Frau Juliane Arnold. Stuttgart, Deutschland.
 Artemisnews.de

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